
Wie eine Tischplatte entsteht
Vom aufgetrennten Stamm bis zur geölten Fläche: was in den vierzig Arbeitsstunden passiert, die in einem Esstisch stecken.
Eine Platte für einen Auwald besteht aus vier bis sechs Bohlen. Sie kommen aus einem Stamm, damit Farbe und Maserung zusammenpassen - ein Tisch aus Brettern verschiedener Bäume sieht nach einem halben Jahr aus wie ein Flickwerk, weil jedes anders nachdunkelt.
Die Bohlen liegen vor der Verarbeitung mindestens zwei Jahre im Freien und danach vier Wochen in der Trockenkammer, bis sie bei acht Prozent Holzfeuchte stehen. Das ist der Wert, bei dem ein Möbel in einem beheizten Raum ruhig bleibt.
Der Zuschnitt dauert einen halben Tag. Die Bohlen werden nach Jahrringlage sortiert und abwechselnd gedreht verleimt, damit sich ihre Bewegungen gegenseitig aufheben. Danach steht die verleimte Fläche 24 Stunden, bevor sie geschliffen wird.
Die Hirnleisten kommen am zweiten Tag. Sie werden gefräst, eingeschoben und mittig verstiftet, nicht verleimt. Danach dreimal geölt, mit zwölf Stunden Trockenzeit dazwischen. Vierzig Arbeitsstunden stecken in einer Platte, die vierzig Jahre stehen soll. Durch das Haus läuft sie eine gute Woche, weil zwischen den Schritten das Holz und das Öl stehen müssen.



